Marge und Aufschlag ermitteln
Geben Sie Einkaufspreis und Verkaufspreis ein, um Gewinn, Marge und Aufschlag zu berechnen.
Berechnen Sie Marge, Aufschlag und Verkaufspreis in Sekunden — kostenlos
Nutzen Sie die Rechner unten, um ausgehend vom Einkaufspreis Ihres Produkts die Gewinnspanne, den Kalkulationsaufschlag oder den idealen Verkaufspreis zu ermitteln.
Geben Sie Einkaufspreis und Verkaufspreis ein, um Gewinn, Marge und Aufschlag zu berechnen.
Geben Sie den Einkaufspreis und die gewünschte Gewinnspanne ein, um den Verkaufspreis zu berechnen.
Die Gewinnspanne ist der Prozentsatz des Verkaufspreises, der den bei jeder Transaktion erzielten Gewinn darstellt. Sie ist einer der wichtigsten Finanzindikatoren für jedes Unternehmen, da sie direkt die Rentabilität jedes verkauften Produkts oder jeder Dienstleistung misst.
Die Formel für die Gewinnspanne lautet:
Praktisches Beispiel: Ein Produkt mit Kosten von 60,00 €, das für 100,00 € verkauft wird, erzeugt einen Gewinn von 40,00 € und eine Marge von 40 % — weil 40 € genau 40 % der 100 € Verkaufserlös entsprechen.
Ohne die eigene Marge zu kennen, kann man viel verkaufen und trotzdem Verlust machen. Das passiert, wenn Fix- und variable Kosten den gesamten scheinbaren Gewinn aufzehren. Die Marge im Blick zu behalten ermöglicht:
Die Berechnung der Gewinnspanne ist einfach, wenn Sie alle beteiligten Kosten kennen. Folgen Sie diesen Schritten:
Eine Händlerin kauft Taschen für 85,00 € (inklusive Fracht) ein und verkauft sie für 149,90 €.
Das bedeutet: Von jeden 100 € Verkaufserlös sind 43,30 € Bruttogewinn — vor Miete, Gehältern und Steuern.
Wenn Sie die Kosten kennen und eine bestimmte Marge erreichen möchten, lautet die Formel:
Beispiel: Kosten von 85,00 €, gewünschte Marge 40 %.
Verkaufspreis = 85 ÷ (1 − 0,40) = 85 ÷ 0,60 = 141,67 €
Die Gewinnspanne berechnet den Gewinnprozentsatz bezogen auf den Verkaufspreis. Der Kalkulationsaufschlag berechnet den Gewinnprozentsatz bezogen auf die Kosten. Beide gehen vom selben absoluten Gewinn aus, nutzen aber unterschiedliche Bezugsgrößen — deshalb entspricht ein Aufschlag von 40 % niemals einer Marge von 40 %.
Marge = Gewinn ÷ Verkaufspreis
Aufschlag = Gewinn ÷ Einkaufspreis
VP = Kosten ÷ (1 − Marge)
Marge = Aufschlag ÷ (1 + Aufschlag)
Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge)
Sehen Sie die Entsprechung zwischen Gewinnspanne und Kalkulationsaufschlag für die im Handel gebräuchlichsten Prozentsätze:
| Gewinnspanne | Entsprechender Aufschlag |
|---|
Die Marge ist immer niedriger als der entsprechende Aufschlag — weil sie auf einen höheren Wert bezogen wird (den Verkaufspreis).
Der Kalkulationsaufschlag wird im Einzelhandel und in der Industrie häufig genutzt, um Preise schnell festzulegen. Es gibt zwei Berechnungsarten:
Beispiel: Produkt gekauft für 50 € und verkauft für 80 €.
Aufschlag = (80 − 50) ÷ 50 × 100 = 30 ÷ 50 × 100 = 60 %
(Die Gewinnspanne wäre in diesem Fall 30 ÷ 80 = 37,5 %)
Beispiel: gewünschte Marge von 35 %.
Aufschlag = 0,35 ÷ (1 − 0,35) = 0,35 ÷ 0,65 = 0,5385 = 53,85 %
Der Verkaufspreis darf nicht allein auf Basis der Konkurrenz oder aus dem Bauch heraus festgelegt werden. Ein falsch kalkulierter Preis kann selbst bei hohem Absatzvolumen zu Verlusten führen. Folgen Sie dieser Methode:
| Position | Wert |
|---|---|
| Produktkosten | 45,00 € |
| Verpackung + Klebeband | 3,50 € |
| Eingangsfracht | 2,00 € |
| Anteil Fixkosten | 8,00 € |
| Gesamte Stückkosten | 58,50 € |
Mit einer gewünschten Marge von 35 %:
Verkaufspreis = 58,50 € ÷ (1 − 0,35) = 58,50 € ÷ 0,65 = 90,00 €
Bei einem Verkauf für 90,00 € erzielt der Shop 31,50 € Gewinn pro Einheit, mit einer effektiven Marge von 35 %.
Die häufigsten Fehler zu kennen ist genauso wichtig wie die Formeln zu beherrschen. Hier die, die der Rentabilität am meisten schaden:
Der häufigste Fehler. Wer 30 % Aufschlag anwendet und dabei 30 % Marge erwartet, erzielt tatsächlich nur 23,1 % Marge. Bei großem Volumen kann dieser Unterschied einen monatlichen Verlust bedeuten.
Miete, Gehälter, Strom und Internet fallen an, auch wenn nichts verkauft wird. Werden diese Kosten nicht auf die Produktpreise umgelegt, verwandelt sich die Bruttomarge in einen Nettoverlust.
Provisionen bei eBay, Kaufland.de und Amazon summieren sich auf 10 % bis 16 % des Verkaufspreises. Sie zu ignorieren ist einer der häufigsten Gründe, warum viel verkauft, aber wenig verdient wird.
Den Preis eines Wettbewerbers zu kopieren, ohne die eigenen Kosten zu kennen, ist riskant. Der Wettbewerber kann völlig andere Einkaufskonditionen, Skaleneffekte oder eine andere Betriebsstruktur haben.
Kosten ändern sich: Lieferanten passen Preise an, Frachtkosten steigen, Steuern ändern sich. Ein Preis, der im Januar profitabel war, kann im Juli Verlust bringen, ohne dass der Unternehmer es bemerkt.
Ein Rabatt von 10 % auf den Verkaufspreis kann die Marge um deutlich mehr als 10 % senken. Bei einem Produkt mit 30 % Marge reduziert ein Rabatt von 10 % den Gewinn um 33 %. Nutzen Sie immer den Rechner, bevor Sie Rabatte anbieten.
Jede Branche hat sehr unterschiedliche Kosten- und Margendynamiken. Hier praktische Beispiele für die wichtigsten Handelsbereiche:
Im Lebensmitteleinzelhandel variieren die Bruttomargen je Kategorie stark. Obst, Gemüse und Milchprodukte liegen zwischen 20 % und 35 %, während Getränke und Drogerieartikel 40 % bis 50 % erreichen können.
Die Nettomarge eines Supermarkts liegt nach allen Ausgaben meist zwischen 1 % und 4 %, was ein hohes Umsatzvolumen erfordert, um rentabel zu sein.
Die Branche nutzt das Konzept des Wareneinsatzes (Food Cost): Die Zutatenkosten sollten zwischen 25 % und 35 % des Gerichtpreises betragen. Ein Gericht mit 12 € Wareneinsatz sollte zwischen 34 € und 48 € verkauft werden.
Nach Personal, Miete und Energie liegt die typische Nettomarge eines Restaurants zwischen 5 % und 15 %.
Verschreibungspflichtige Generika haben oft eine regulierte Marge, meist zwischen 20 % und 28 %. Parfümerieartikel, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetik erlauben Margen von 40 % bis 60 %.
Verträge mit Krankenkassen und Kundenbindungsprogramme wirken sich auf die Marge aus und müssen bei der Preisbildung berücksichtigt werden.
In der Bekleidungsbranche sind Bruttomargen von 50 % bis 70 % üblich — besonders bei Eigenmarken oder Damenmode. Der hohe saisonale Umschlag erfordert höhere Margen, um liegen gebliebene Ware auszugleichen.
Geschäfte mit hohem gebundenem Lagerbestand sollten die Kapitalbindungskosten bei der Preisfestlegung mit einkalkulieren.
Im E-Commerce fließen neben den Produktkosten weitere Posten in die Kalkulation ein: Verpackung (~3 € bis 8 €), Ausgangsfracht (10 € bis 35 €), Plattformgebühr (~3 %), Zahlungsabwicklung (~2,8 %) und Retourenquote (~2 % bis 5 %).
Eine Bruttomarge von mindestens 40 % wird empfohlen, damit die Nettomarge im E-Commerce nach allen Gebühren positiv bleibt.
Großhändler arbeiten mit geringeren Margen und höherem Volumen. Bruttomargen zwischen 8 % und 20 % sind typisch, aber der hohe Umschlag gleicht die knappe Marge aus.
Das dem Einzelhändler eingeräumte Zahlungsziel (30/60/90 Tage) verursacht Finanzierungskosten, die im Preis berücksichtigt werden müssen.
Die Verkaufsprovision bei eBay variiert je nach Kategorie zwischen etwa 10 % und 15 %. Hinzu kommen mögliche Zahlungsabwicklungsgebühren und Versandkosten bei Nutzung von Versanddienstleistern.
Kalkulieren Sie bei eBay immer die Provision als variable Kosten mit ein, bevor Sie die Marge berechnen.
Marktplätze wie Kaufland.de verlangen eine Provision von etwa 10 % bis 15 % des Bestellwerts, zuzüglich Zahlungsabwicklungsgebühren. Kostenloser Versand wird häufig teils von der Plattform subventioniert, aber Rabattaktionen verringern die Marge des Verkäufers.
Nehmen Sie an Rabattaktionen nur teil, wenn die ursprüngliche Marge bereits hoch genug ist, um die Reduzierung ohne Verlust zu verkraften.
Amazon berechnet zwischen 7 % und 15 % Provision, zuzüglich Abschlussgebühren für bestimmte Kategorien. Bei Nutzung von FBA (Fulfillment by Amazon) kommen Lager- und Versandkosten hinzu (~12 € bis 25 € pro Einheit).
Bei Amazon erfordert die Buy-Box-Strategie wettbewerbsfähige Preise — berechnen Sie die Gesamtkosten mit FBA sorgfältig, bevor Sie den Preis festlegen.
Direkte Antworten auf die häufigsten Fragen zu Marge, Aufschlag und Preisbildung:
Vertiefen Sie Ihr Wissen über Preisbildung und Finanzmanagement:
Lernen Sie, wie Sie den Verkaufspreis unter Berücksichtigung aller Kosten, Ausgaben und der gewünschten Gewinnspanne berechnen.
Verstehen Sie den Unterschied zwischen einfachem Aufschlag und Divisor-Aufschlag und wann Sie welchen einsetzen.
Erfahren Sie, wie Sie mit der Bruttomarge die Produktionseffizienz Ihres Unternehmens analysieren.
Erfahren Sie, wie Sie die Nettomarge berechnen und interpretieren, um präzisere Entscheidungen zu treffen.
Eine Schritt-für-Schritt-Methode, um Produkte zu bepreisen, ohne die häufigsten Fehler zu begehen.
Ergänzende Tools für das Finanzmanagement Ihres Unternehmens:
Berechnen Sie den idealen Aufschlag für jedes Produkt ausgehend von Kosten und gewünschter Marge.
Ermitteln Sie den Verkaufspreis unter Berücksichtigung aller Kosten und der Zielmarge.
Sehen Sie die Auswirkung eines Rabatts auf Ihre Marge, bevor Sie ihn anbieten.
Berechnen Sie Brutto-, operativen und Nettogewinn einfach und schnell.